Die REFLEX-Studie: Meilenstein der internationalen Grundlagenforschung
Die REFLEX-Studie gilt als eines der bedeutendsten Forschungsprojekte zur Untersuchung der biologischen Wirkungen elektromagnetischer Felder. Im Rahmen des 5. Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Union gefördert, lieferte sie wegweisende Erkenntnisse über die Auswirkungen von Mobilfunkstrahlung auf zellulärer Ebene.
Projekttitel: Risk evaluation of potential environmental hazards from low energy electromagnetic field exposure using sensitive in vitro methods (QLK4-CT-1999-01574).
Zentrale Erkenntnisse: Erbgutverändernde Wirkungen
Die Ergebnisse der Studie erregten weltweit Aufsehen, da sie unter kontrollierten Bedingungen erbgutverändernde (genotoxische) Wirkungen von Mobilfunkstrahlung nachweisen konnten. Damit wurde die Annahme erschüttert, dass nicht-ionisierende Strahlung keine direkten Zellschäden verursachen könne.
Einordnung durch die Projektleitung
Niemand kennt die Details und die Tragweite der Ergebnisse besser als der Koordinator des Projekts selbst. Prof. Dr. med. Franz Adlkofer erläutert die Untersuchungen und ordnet die Ergebnisse in den Kontext der modernen Umweltmedizin ein:
Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Beteiligung zahlreicher europäischer Forschungsinstitute unter einheitlichen Standards.
Wissenschaftliche Präzision: Einsatz hochsensibler In-vitro-Methoden zur Detektion von DNA-Strangbrüchen.
Relevanz für den Strahlenschutz: Die Studie zeigt die Notwendigkeit auf, bestehende Grenzwerte und Schutzmaßnahmen kritisch zu hinterfragen.
In der REFLEX-Studie wurde zum einen der Mikronukleus-Test als Methode zum Nachweis von Zellkern-Schädigungen angewandt. Eine Zunahme der Micronuklei in sich teilenden Zellen weist darauf hin, dass Chromosomen in kleinen Extrakernen abgespalten werden (was hier der Fall sein dürfte), oder dass das Programm der Zellteilung gestört ist. Die Abbildung zeigt solche Mikrokerne in sich teilenden HL60-Zellen, nachdem die HL60-Zellen Mikrowellenstrahlung („Handystrahlung“) ausgesetzt waren.

Ein weiterer Test ist der Comet-Assay, dessen alkalische Form den Anstieg von Einzel- und Doppel-DNA-Strangbrüchen anzeigt, wenn die DNA, die Grundsubstanz der Gene, geschädigt wird. Die Abbildung zeigt ein Beispiel dafür, was sich tut, wenn HL60-Zellen entweder nicht-ionisierenden Mikrowellen oder ionisierenden Röntgenstrahlen ausgesetzt werden. In beiden Fällen entsteht ein Komet mit einem mehr oder weniger langen Schweif. Je länger und prachtvoller dieser Schweif ist, desto stärker ist die DNA-Schädigung mit der man rechnen muss.
Ergebnisse aus dem REFLEX-Projekt